Schängelbrunnen

Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Koblenz kurzzeitig zu Frankreich und stand unter französischer Verwaltung. Im Zuge der nicht ausbleibenden deutsch-französischen Beziehungen, kam es auch zu einer beliebten Vermischung beider Völker, woraus viele Kinder hervorgingen, deren Mutter Deutsche und deren Väter Franzosen waren. Einer der damals beliebtesten Vornamen für Knaben war Johannes oder Hans, wurde den Vätern zuliebe aber gerne in das französische Jean umbenannt. Die mitteldeutschen Koblenzer mit ihrem unverkennbar rheinischen Akzent taten sich allerdings schwer, „Jean“ richtig auszusprechen. Schnell wurde daraus „Schang“ oder diminutiv „Schängel“. In Erinnerung an diese aus binationalen Verbindungen stammenden Knaben wurde in den 1950er Jahren der Schängelbrunnen errichtet. Den Brunnen obenauf ziert ein frecher Bengel als Wasserspeier. Wer es nicht weiß, dass der Knabe äußerst weit spucken kann, teilweise bis zu acht Metern, wird wohl oder übel nass werden. Die Koblenzer aber kennen ihr Schängelchen genau und hüten sich davor, zu nahe an den Brunnen heranzugehen.

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